„Du musst ja nicht aus jedem Tief ein RIESENDING machen!“ | #immernurpositivisthaltauchkacke

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Hallihallo meine wunderschöne Schwester, ich hoffe, ich kann dich hiermit ein bisschen inspirieren, trösten und auffangen, wenn du es gerade brauchst.

Unsere Hochs und Tiefs sind vollkommen normal.

Ohne Tief kann es ja gar kein Hoch geben.

Und immer nur positiv ist halt auch Kacke.

Was aber fast noch mehr Kacke ist: Dass es uns verdammtnochmal schwer fällt, unsere Tiefs anzunehmen.

Geschweige denn drüber zu sprechen.

Bei all dem „du-kannst-alles-erreichen-wenn-du-nur-immer-positiv-denkst“-Wahn,  der in der „spirituellen Szene“ (wir sind ’ne Szene. Cool, oder? 😉 ) aktuell um sich greift, fällt das schwer.

Umso mehr, wenn du selbst Coach, Heilerin, Spiritworkerin, Mutmacherin, Seelenbotschafterin bist. Wie sollst du dich auch trauen, bei all dem „yeah, das Leben ist eine niemals endende Party, und wir können alles haben, was wir wollen!“? Wie sieht das denn aus, wenn du anderen Menschen Mut machen und sie inspirieren willst, wenn du zugibst, dass du selbst grad so gar nicht inspiriert bist. Oder mutig. Oder fröhlich. Oder voller Vertrauen…

Und das wirft dann ja auch gleich noch mehr Zweifel auf – denn wollen deine Fragesteller dich auch dann noch, wenn du mal nen schlechten Tag hast?

Aber natürlich ist das nicht nur ein Problem, das spirituelle Lehrererinnen, Coaches, Mutmacherinnen usw. umtreibt. Das betrifft auch dich. Wenn du mal wieder bei einem TIEF ankommst. Ergreift dich da nicht auch die Panik, plötzlich nicht mehr angebunden zu sein, nicht mehr weiter zu kommen, zu stagnieren, vielleicht sogar ’nen Schritt zurück zu machen, nur weil’s halt mal grad nicht alles nur verdammt geil ist?!

Gelebte Spiritualität / Medialität ist nicht nur „HAPPY DINGS“

Ich weiß schon. Ich kenn das ja auch. Ich geh da jetzt gerade so richtig schön durch. Mit Schmackes. Und Anlauf. Und aller Leidenschaft. Voll DURCH.DIE.SCHEISSE.

Aber weißt du was? Das gehört einfach dazu.

Weil da aber kaum jemand drüber spricht oder schreibt, lass ich hier jetzt einfach mal die verbalen Hosen runter.

Denn gelebte Spiritualität und gelebte Medialität sind nicht nur Sonnenschein und Blumenwiese und unendliches Wünsche erfüllen aus dem Kaufhauskatalog des Universums.

Wenn du wirklich auf dem Weg zu dir selber bist (oder besser gesagt: In die bedingungslose Liebe), dann ist das verdammtnochmal AUCH ein hartes Stück Arbeit. Und durch die Scheiße waten. Und Kacke fressen. Und jede Menge Schmerz und Tränen.

Transformation tut eben weh. Aber nur durch Transformation können wir, können unsere Seelen wirklich heilen. Und erst, wenn wir wirklich heil sind, lieben wir bedingungslos (also so RICHTIG bedingungslos).

Und letztlich ist es doch DAS, worum es bei „gelebter Spiritualität“ oder „gelebter Medialität“ eigentlich geht. Entwicklung. Transformation. Ein anderer, „weiserer“, bewussterer Menschen werden. Und mit immer nur glücklich sein, hat das nichts zu tun.

Und spirituell sein bedeutet auch nicht, dass immer alles supi ist. Und zwanghaftes Konsumverhalten, weil wir ja unendlich alles kriegen, was wir wollen, ist eben auch nicht unbedingt die Definition von erweitertem oder erwachtem Bewusstsein und einer spirituellen Lebensweise. Zumindest nicht, wenn sich alles NUR DARUM dreht.

Wenn wir „erwachen“ und uns der Realität „bewusst werden“, erkennen wir, dass wir Menschen nicht auf uns allein gestellt sind, und das die grobstoffliche Ebene irgendwie doch nur so ne Art Abenteuerspielplatz zum Erfahrungen sammeln ist. Die feinstoffliche Ebene wird immer selbstverständlicher wahrgenommen, und aus dem nebeneinander her wird ein MITEINANDER mit der geistigen Welt.

Mach dir keinen Kopf – wir dürfen uns auch SCHEISSE fühlen

Klar, bei all den „Ich zeig dir wie du ganz leicht dein Traumleben kreierst“-Coachingprogrammen und all dem „Selbstverwirklichung macht glücklich“ und dem „Fordere dein Recht auf Glücklichsein ein“ ist es schwer, auch die andere Seite der Medaille zu sehen.

Ist ja auch zu verlockend, die Vorstellung, dass alles immer nur abgefahren, fantastisch und „mir-scheint-die-Sonne-aus-dem-Po“-glüklich ist.

Wir vergessen einfach, dass wir in eine duale Welt inkarniert sind.

Wir vergessen vor lauter „ich will glücklich sein, weil es mir zusteht!“, dass wir, um glücklich sein zu können, eben auch das Unglück kennen müssen.

Und dann passiert, was passieren muss: Vor lauter krampfhaft erzwungenem Glücklichsein verfallen wir in Panik, sobald wir mal nen Scheißtag haben. Oder – Gott bewahre! – vielleicht sogar gleich zwei oder drei hintereinander. Sobald wir bemerken, dass wir nicht in „High Vibe Stimmung“ sind, kramen wir alle erlernten Tools, Techniken und Strategien raus, um uns künstlich wieder in Hochstimmung zu versetzen – und natürlich klappt das auch, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Was wir nämlich in diesen Momenten außer Acht lassen: Je mehr wir bemüht sind, auch dann zwanghaft glücklich zu sein (weil uns ja das Universum nur so unsere Wünsche erfüllt), wenn wir es eigentlich nicht sind, umso mehr unterdrücken wir die Dinge, die verzweifelt darum kämpfen, endlich angeschaut zu werden.

Und zwar vielleicht genau so lange, bis uns alles um die Ohren fliegt (aber vielleicht liest du den Artikel hier ja vorher und gehst dann einfach mal in dich).

Denn DAS ist nich der Weg.

Und egal, was du jetzt sagst: Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch deine Lernaufgabe nicht nur aus glücklichsein besteht.

Wir dürfen uns auch mal scheiße fühlen. Ehrlich gesagt gehört das sogar zum Entwicklungsprozess dazu.

„Ohne Tief gibt es auch kein Hoch“

Das hat mir heute eine liebe Freundin gesagt. Und klar, sie hat damit vollkommen Recht.

Ich habe ihr, wenn auch anfangs etwas zögerlich, erzählt, wo ich gerade durch gehe. Seit ein paar Tagen.

Ich trauere.

Mir geht es gerade wirklich richtig schlecht (wobei ich zugeben muss, dass es stetig bergauf geht, seitdem ich das heute mal laut ausgesprochen habe). Ich trauere. Ich weine viel, und meine Grundstimmung ist total bedrückt. Ich bin müde, fühl mich schlapp, und dieser Infekt hängt mir immernoch an (und natürlich bin ich ja eigentlich total dankbar dafür, denn er zwingt mich jetzt gerade wirklich, mich mit mir und all den Gefühlen auseinanderzusetzen).

Vor meinem Inneren Auge sehe ich mich selbst in einem dunklen, kalten Raum, am Boden zusammengekauert, fast schon am Boden zerstört.

Meine Freundin sagte auch: „Jasmin, du gehst da gerade durch deine persönliche kleine Hölle“. Scheiße verdammt, ja es tut wirklich verdammt weh, all diese negativen Gefühle. Das zu durchleben ist echt kein Spaß.

Aber weißt du, was sie mir noch sagte? Dass das jetzt gerade der Prozess ist, mit dem ich meine Mauern einreiße. Und DAS ist eben schmerzhaft.

Ich reiße meine Mauern ein. Ich gehe durch den Schmerz. Ich fühle mich beschissen. Und genau das öffnet mein Herz.

Es macht mich stark für die Aufgabe, die ich zu erfüllen habe.

Und ich nehme all den Scheiß dankend an.

Weil es ein Prozess ist. Eine Phase. Und auf dieses Tief, das jetzt gerade wirklich verdammt tief ist, wird wieder ein Hoch folgen. Und zwar dann, wenn alles abgearbeitet, angeschaut und durchlaufen ist.

Ich weiß, dass dieser Mist angestupst wurde, als ich meinem Vater ehrlich und aufrichtig vergeben habe (er hatte in der frühen Kindheit angefangen, mich zu missbrauchen).

Weißt du, was man mir noch gesagt hat? „Du musst nicht um jedes Tief ein RIESENDING machen!“

Das hat mir mein Meister Ayudo gesagt, als ich gestern Abend in der Badewanne war. Das ist mein Geistführer, mit dem ich mich gern an meinem Kraftort treffe (gestern trafen wir uns im Heilraum).

Und was er damit meinte war nicht: „Schenke dem Leid keine Beachtung und konzentriere dich darauf, schnellstmöglich wieder positiv zu sein, damit das mit der Wunscherfüllung auch wirklich klappt“.

Was er damit meinte war: Hör auf dich da reinzusteigern. Ist halt ’n Tief. Na und? Geh da durch. Nimm es an. Akzeptiere, dass du dich jetzt gerade einfach schlecht fühlst und traurig bist. Weine, bis du keine Tränen mehr hast. Ist doch alles halb so wild. Denn: Wenn du damit fertig bist, kommt das nächste Hoch. Und genau dieses Tief, durch das du jetzt gerade durch gehst, brauchst du. Und zwar genau jetzt.

Puh, das hat geholfen. Zusammen mit den Worten meiner Freundin.

Und mit meinen eigenen Worten. Denn sobald ich darüber gesprochen hatte, ging’s schon besser (sogar körperlich. Der Hustenreiz wurde prompt weniger). Worte bewegen was. Worte formen unsere Realität. Und in dem Moment, wo ich ausgesprochen hatte, wie es mir WIRKLICH geht, habe ich das auch akzeptiert.

Ich hab es angenommen. Und das ist ein ganz wichtiger Teil des Prozesses.

Ich gebe zu: Das fiel mir nicht leicht. Einen Moment vorher hatte ich auf dem Handy durch Facebook gescrollt und eine fröhliche Fototgrafie nach der anderen gesehen. Ein Coach, eine junge Frau, hatte mir mit ihrer kraftvollen Ausstrahlung einen regelrechten Stich versetzt. Sie war wunderschön, und ihre Augen leuchteten so intensive Lebensfreude aus, dass ich mir dachte „Whuaaaa…*schnief*“

Aber das ist okay. Auch das nehme ich an.

Und genau das ist es, meine Liebe, was ich dir mit diesem Artikel sagen will:

Nimm es an. Hab Vertrauen. Und verfalle nicht in Panik, wenn du ins nächste Loch fällst.

Sogar noch viel wichtiger: Wehr dich nicht dagegen. Hör auf, krampfhaft zu versuchen, dich da selbst wieder rauszubuchsieren, denn tatsächlich stehst du deinem Heilungsprozess damit im Weg, statt ihn zu fördern.

Weißt du nämlich, was mir auch gerade klar wird? So voll im Schmerz und in der Trauer BIN ICH einfach nur. Kein Ego, das dazwischenquakt.

Das bedeutet auch: Sobald es dir schlecht geht, und du versuchst, etwas dagegen zu tun, wird dein Ego aktiv. Es will dich schützen – das ist ja auch sein Job.

Ich werde in letzter Zeit oft gefragt, wie man das Ego denn besser in die Schranken weisen kann. Wie man es hinkriegt, nicht das Ego alle Entscheidungen treffen zu lassen. Dazu kann ich dann jetzt wohl sagen: Nimm die Scheiße an. Damit zeigst du deinem Ego, wo der Hammer hängt 😉

Hab den Mut, auch mal traurig zu sein

Ich hoffe sehr, dass ich dir ein bisschen weiterhelfen konnte. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass du sehr genau weißt, wovon ich hier schreibe.

Ich sage dir – und meine es ganz ehrlich – HAB DEN MUT, AUCH MAL TRAURIG ZU SEIN.

Das ist natürlich nicht schön

Aber ungemein förderlich.

Und wirklich richtig heilsam.

Denn was passiert, wenn wir es zulassen, ist das die Aspekte in uns Beachtung finden, die sich lösen dürfen: Verletzungen und Traumata aus der aktuellen, aber auch aus früheren Leben.

Sei dir sicher: Deine Trauer, dein Schmerz, sind niemals grundlos da. Da will etwas verarbeitet werden.

Und vielleicht auch Mauern eingerissen.

Und noch ein ganz besonderer Tipp: Vielleicht lässt du dich auch schon etwas eher darauf ein als ich. Also, bevor du wirklich krank wirst.

Fühl dich geliebt, umarmt und gesegnet in deinem wundervollen SEIN.

PS: Was mir wirklich hilft, ist der tägliche Besuch im Heilraum. Hier genieße ich die heilsamen Energien, kann noch besser loslassen und fühle mich getragen und getröstet. Dieser Raum steht uns allen zur Verfügung. Auch dir.

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